
Das Jahr 2008 steht im Zeichen der Biodiversität. Deutschland ist im Mai Gastgeber der 9. UN-Vertragsstaatenkonferenz zur biologischen Vielfalt.
Unter dem Motto „Biodiversität – Die Vielfalt des Lebens erforschen, erhalten und nutzen“ stand auch der diesjährige Parlamentarische Abend der Leibniz-Gemeinschaft (WGL), der am 6. Mai im Museum für Naturkunde in Berlin stattfand. Als assoziiertes Mitglied beteiligte sich auch das Zentrum für Marine Tropenökologie an der Präsentation im großen Sauriersaal.
Der Abend war einer hochaktuellen Thematik gewidmet, die für verschiedenste gesellschaftliche Probleme und politische Entscheidungen relevant ist. Biodiversität umfasst sowohl die Vielfalt der Ökosysteme, als auch die der Arten und die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Sie stabilisiert Lebensgemeinschaften und sorgt für eine gute Anpassungsfähigkeit an wechselnde Umweltbedingungen.
Der Artenverlust schreitet jedoch mit einer Geschwindigkeit voran wie nie zuvor. Menschliche Eingriffe und der Klimawandel treiben viele Ökosysteme bis an die Grenzen ihrer Widerstandsfähigkeit und allzu oft auch weit darüber hinaus. Die Erforschung der biologischen Vielfalt ermöglicht es, Prognosen für ihre zukünftige Entwicklung zu machen sowie Pläne für ein nachhaltiges Management zu erstellen, um die natürlichen Ressourcen zu erhalten.
In der Leibniz-Gemeinschaft sind neben verschiedenen Museen auch Institute der Lebens- und Umweltwissenschaften in die Forschung zum Thema Biodiversität eingebunden. Vor etwa 200 Gästen aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft stellten das ZMT und weitere 20 Einrichtungen der WGL aktuelle Ergebnisse ihrer Forschung vor, um die Kompetenz der Leibniz-Gemeinschaft zum Thema Biodiversität verstärkt nach außen zu transportieren.
Mit seiner Arbeit in den Küstengebieten der Tropen leistet das ZMT einen wesentlichen Beitrag zur Biodiversitätsforschung. Tropische Küstenlebensräume zählen zu den produktivsten Ökosystemen unserer Erde. Korallenriffe sind „genetische Schatztruhen“, die Millionen von Tier- und Pflanzenarten beherbergen. Mangroven und Seegraswiesen sind die Kinderstube für zahllose, wirtschaftlich bedeutende Fisch-, Krebs- und Garnelenarten. Diese Lebensräume werden jedoch durch Nutzungsformen wie Urbanisierung, Landwirtschaft, Aquakultur, Fischerei, Tourismus und auch natürliche Klimaphänomene stark gefährdet.
