
In der chinesischen Küstenstadt Qingdao wurde ein neues Zentrum für die meereswissenschaftliche Forschung ins Leben gerufen: die Ocean University of China (OUC), die Universität Bremen mit dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) mit dem Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) haben ihre langjährige trilaterale Kooperation mit der Eröffnung des "Zentrums für die Deutsch-Chinesische Kooperation in den Meereswissenschaften" gekrönt. Die feierliche Eröffnung auf dem Laoshan Campus der Ocean University of China fand am 24.02.2011 im Beisein von Repräsentanten des chinesischen und deutschen Bildungsministeriums sowie zahlreicher deutscher und chinesischer Förderorganisationen statt.
Seit 2004 werden die bilateralen Ausbildungsaktivitäten zwischen den deutschen und chinesischen Partnern zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bildungsministerium der Volksrepublik China (MoE) gefördert. Basierend auf einer Absichtserklärung von BMBF und MoE über den Aufbau der Hochschulkooperation im Bereich der Meereswissenschaften und der daraufhin abgeschlossenen Kooperationsvereinbarung zwischen den beteiligten Universitäten startete zum WS 2006/07 das interdisziplinär ausgerichtete, englischsprachige, deutsch-chinesische Masterprogramm, in dem Studierende einen Doppelabschluss erlangen können. Bereits zwei Jahre später folgte ein Stipendienprogramm für Doktoranden. Als begleitende Maßnahme werden seit 2005 jährlich zweiwöchige Sommerschulen für postgraduierte Studierende der Meereswissenschaften in China oder Deutschland gemeinsam durchgeführt. Neben dem bisherigen Schwerpunkt auf den Ausbildungsaktivitäten werden zukünftig verstärkt auch der Austausch von Gastwissenschaftlern sowie die Formulierung gemeinsamer Forschungsprojekte und der Aufbau eines Alumninetzwerkes vorangetrieben.
Das neue Zentrum wird diese Zusammenarbeit unter einem gemeinsamen Dach bündeln und ihr dadurch weltweit höhere Sichtbarkeit verleihen. Neben der Intensivierung der Zusammenarbeit auf Forschungsebene liegen weitere Aufgaben des Zentrums in der Vernetzung der meereswissenschaftlichen Forschung und der gemeinsamen Einwerbung von Drittmitteln.
Die beteiligten Hochschulen sowie die Bildungsministerien beider Länder setzen große Erwartungen in die Arbeit des Zentrums. "Dieses gliedert sich hervorragend in die Schwerpunktsetzung der Universität Bremen im Bereich Meereswissenschaften ein ", sagte Professor Wilfried Müller, Rektor der Universität Bremen. Sowohl die Meereswissenschaften als auch die internationale Vernetzung der Universität stellen wichtige Bausteine der Bremer Anstrengungen im Rahmen der Exzellenzinitiative dar. Das Zentrum wird, darin sind sich alle anwesenden Vertreter der beteiligten Institutionen einig, ein weiterer Meilenstein in den deutsch-chinesischen Beziehungen und in der gemeinsamen Forschung sein.
Auch die bisherigen Förderer, das BMBF und sein chinesisches Pendant, bezeichnen die Entwicklung dieser Kooperation als beispielhaft. Die Leitung des Zentrums liegt in der Verantwortung eines chinesischen und je eines Direktors aus Bremen und Kiel. Diese wurden bei der Eröffnungsveranstaltung ernannt, ebenso wie auch der Lenkungsausschuss, der aus insgesamt acht Vertretern der beteiligten Institutionen besteht. Erste Aufgaben wurden bereits definiert. So sollen bereits für September 2011 ein Workshop zur Identifizierung gemeinsamer Forschungsthemen und die mittlerweile 7. Sommerschule vom Zentrum organisiert werden.
Bisher haben sich an den Master- und Doktorandenprogrammen 112 Studierende beteiligt, hauptsächlich aus Qingdao und Bremen. Während der letzten sechs Sommerschulen boten 117 Wissenschaftler ein umfassendes interdisziplinäres Programm für insgesamt 176 deutsche und chinesische Studierende. Ein erstes Alumnitreffen im August 2010 in Bremen brachte 74 Ehemalige und Aktive zu einem Erfahrungs- und Informationsaustausch zusammen. Das Zentrum lässt nun erwarten, dass diese Zahlen in Zukunft noch weiter steigen und beide Länder von der Ausbildung hochqualifizierten und binational geprägten wissenschaftlichen Nachwuchses profitieren können.
Weitere Informationen:
Dr. Petra Westhaus-Ekau
Referentin Asien
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Fax +49-421-218-98 60379
E-mail: pwesthaus
uni-bremen.de
Eröffneten das Zentrum für die deutsch-chinesische Kooperation in den Meereswissenschaften (v.l.): Prof. P. Herzig, Direktor des IFM-GEOMAR; Prof. G. Fouquet, Präsident der CAU; Prof. T. Bosch, Vizepräsident der CAU; Prof. Wu Dexing, Präsident der OUC; Prof. W. Müller, Rektor der Universität Bremen und Prof. V. Ittekkot, stellvertretend für die Direktorin des ZMT, Prof. H. Westphal
Das Schild des neuen Zentrums wird enthüllt
Prof. Wilfried Müller, Rektor der Universität Bremen, bei seiner Eröffnungsrede. Copyright: Ocean University of China, Qingdao