
Die wichtigsten tropischen Küstenökosysteme, wie Korallenriffe, Mangrovenwälder und Seegraswiesen, stehen als Übergangsbereich zwischen Land und Wasser untereinander in engen physikalischen, biologischen und geochemischen Wechselbeziehungen. Sie sind Heimat für eine Vielzahl von aquatischen, amphibischen und terrestrischen Organismen. Tropische Küstenökosysteme stehen in immer stärkerem Maße unter dem Einfluß einer wachsenden Bevölkerungsdichte sowie des globalen Klimawandels und des damit einhergenden Anstiegs des Meerespiegels. Ihre Biologie und Ökologie zu erforschen ist daher eine dringende Notwendigkeit. Der Nutzungsdruck, der auf den Küstenökosystemen lastet, wird sich auf die Verfügbarkeit der Ressourcen in den Tropen lokal, aber auch global, auswirken.
Zusätzlich werden die tropischen Küstenökosysteme durch menschliche Aktivitäten im Hinterland bedroht. Zunehmend werden ihnen Schadstoffe aus der Industrie und Pestizide aus der Landwirtschaft zugeführt. Auch der hohe Eintrag von Schwebstoffen aus Rodungsflächen und die Veränderung der Nährstofffracht durch Maßnahmen der Küstenentwicklung oder durch Eingriffe in die Hydrologie der Flüsse schädigen vielerorts die Küstenökosysteme. So ist bereits heute ein Niedergang von Korallenriffen und Mangroven und ein Verlust nachwachsender Ressourcen zu beobachten.
Das ZMT erarbeitet interdisziplinäre, integrierte Konzepte, die zu einer nachhaltigen Erhaltung der tropischen Küstenökosysteme in ihren regulierenden und sozioökonomischen Funktionen beitragen sollen. Dazu befassen wir uns mit den Wechselbeziehungen zwischen belebter und unbelebter Umwelt und deren Auswirkungen auf die Verbreitung, das Vorkommen, die Leistungs- und Anpassungsfähigkeit von Organismen sowie das resultierende Funktionieren von ganzen Ökosystemen.

Korallenriffökologie
Mangrovenökologie