
Lufttemperatur 35°C, Wassertemperatur 30°C
Diese Woche konnte das Team die letzten Untersuchungen unter Wasser in der Bucht Haad Khom abschließen. Durch den inzwischen sehr niedrigen Wasserstand wurde der Zugang zu den Transekten zunehmend beschwerlicher, die Sichtweiten unter Wasser verbesserten sich dadurch allerdings enorm, was die Arbeit der Wissenschaftler sehr erleichterte. Durch die verminderte Anzahl von Schnorchel- und Tauchtouristen in der Bucht konnte augenscheinlich eine Steigerung in der Diversität und Anzahl der Fische festgestellt werden. Im Sediment wurden große Mengen organischen Materials gemessen. Auch in dieser Bucht hat das Riff durch den Sturm keine größeren Schäden davongetragen.
Am Donnerstag unterstütze das Team die örtlichen Tauchschulen bei einem Clean-up-Tauchgang in einer nahe gelegenen Bucht. Dabei wurden ca. 50 Kilogramm Fischernetze und anderer Müll entfernt. Die Bucht überraschte mit einer besonders artenreichen Fauna.
Die verbleibenden Tage nutzt das Team für die Analyse der Proben und zur Datenauswertung.

Lufttemperatur: 32 °C, Wassertemperatur: 28 °C
Mit steigenden Temperaturen und strahlend blauem Himmel kehren die Touristen nach und nach auf die Insel zurück und der Alltag ist wieder in seinen festen Bahnen. Gut für die Forschung, denn das hat in dieser Woche bedeutet, dass gleich drei erfolgreiche Beprobungen stattfinden konnten.
So wurde das Riff in der Bucht Haad Yao zum zweiten Mal unter die wissenschaftliche Lupe genommen.
Erfreulicherweise ist das in recht flachem Wasser gelegene Riff nach dem Sturm in einem unerwartet guten Zustand, eine Beobachtung, die durch die benthischen Surveys entlang der Transekte bestätigt wurde und auch für die anderen Buchten zutrifft. Weiterhin stand die zweite Fahrt zum Ang Thong Marine Park auf dem Programm. Im Riff waren keine sichtbaren Unwetterschäden zu sehen, geringe Sichtweiten sowie ungewohnt kühle Wassertemperaturen erschwerten dennoch die Arbeit unter Wasser. Es konnten jedoch alle Proben erfolgreich genommen werden, diesmal allerdings ohne eine neugierige Schildkröte auf dem Transekt, sehr zum allgemeinen Bedauern.
In wesentlich klarerem Wasser mit Sichtweiten um die 15 – 20 Meter präsentierte sich dagegen das Riff in der dritten Bucht Haad Khom. Das Riff hier wurde in sehr gutem Zustand vorgefunden und es gab eine reichliche Biodiversität im Hinblick auf Fische und andere Meeresbewohner zu bestaunen.
Begleitet werden die vier Forscher derzeit von zwei Studenten des CoRe Sea Centers, die die Gelegenheit nutzen und mehr über Meeresforschung und die Arbeit unter Wasser lernen wollen. Sie führen zudem ergänzende Messungen durch und gewinnen so weitere Werte und Erkenntnisse, die für das Projekt nützlich sein können.

Zusammenbauen der Sedimentfallen.
Koh Phangan, Thailand, Lufttemperatur 28°C, Wassertemperatur 27°C
Nach dem Sturm ist vor dem…? Das hoffen wir mal nicht! Das Unwetter ist vorbei, die Touristen sind weg und die Forschung kann weitergehen! Das Dach des CoRe Sea Centers wurde erfolgreich wieder instand gesetzt, der dabei davongetragene Sonnenbrand ist Zeichen des Wetterumschwungs…
Nach den Wochen der Zwangspause konnte unser Team vor einigen Tagen die Arbeit wieder aufnehmen. Die dritte Beprobung der Mae Haad Bucht auf Koh Phangan stand auf dem Plan. Schon beim Schnorcheln auf dem Weg zum Saumriff zeigten sich erste deutliche Spuren des Sturms. So passierten wir mehrere Palmstämme, Äste, Dosen, unzählige Plastiktüten und weiteren ins Meer gespülten Abfall. Durch den hohen Eintrag vom Land und die Aufwirbelung des Sediments war die Sicht auf etwa drei Meter begrenzt. Mehr oder weniger freiwillige Geschmackstests des Wassers ergaben einen recht niedrigen Salzgehalt an der Oberfläche. Weiterhin hatten der Sturm und der damit einhergehende höhere Wellengang deutliche Spuren sowohl unter als auch über Wasser hinterlassen: ganze Sandbänke wurden verlagert, ins Meer mündende Flussläufe verändert und etliche Korallen entlang der Riffkanten abgebrochen oder erheblich beschädigt. Durch die Wasserbewegung verlagerte Sedimente bedecken nun einige Teile des Riffs und tragen zu einem veränderten Erscheinungsbild bei.
Trotz der zahlreichen Veränderungen konnten Wasser- und Sedimentproben dennoch erfolgreich genommen, die benthische Artzusammensetzung fotographisch dokumentiert und Fische innerhalb des Sichtfensters gezählt werden. Die ausgebrachten Sedimentfallen wurden bei einem zweiten Tauchgang trotz schlechter Sichtbedingungen wieder gefunden. Das hierin gefangene organische Material befindet sich nun auf Filtern, die in einigen Wochen am ZMT analysiert werden können.
Das Team ist sehr gespannt auf die Ergebnisse der Wasserqualität und der Sedimentationsraten nach dem Unwetter. Sobald die Tauchboote auf der Insel den Ang Thong National Park wieder ansteuern, werden wir die Gelegenheit nutzen, um auch dort die Folgen des Unwetters zu dokumentieren. Des Weiteren stehen die erneute Beprobung der anderen Buchten auf Koh Phangan auf dem Programm.

Koh Phangan, Thailand, Lufttemperatur 32°C, Wassertemperatur 28°C
Wie auch in der deutschen Presse zu erfahren war, wurden die südlichen Provinzen Thailands, inklusive Koh Phangan und Koh Tao, in der letzten Woche erneut von schweren Unwettern mit starken Windböen und für diese Jahreszeit äußerst ungewöhnlich starken Regenfällen getroffen. Es waren zum Teil erheblicher Sachschaden und mehrere Todesfälle gemeldet worden, außerdem wurde der Notstand ausgerufen sowie die Touristen von der thailändischen Marine evakuiert (siehe Spiegel Online). Leider wurde auch das Dach des Core Sea Centers schwer beschädigt, so dass erheblichen Mengen Wasser in das Labor eindrangen (www.coresea.com). Glücklicherweise wurde keiner der Mitarbeiter und keiner der Wissenschaftler, die sich zum Teil außerhalb des Landes aufhielten, bei den Unwettern verletzt. Auch das Equipment blieb größtenteils unbeschädigt. Nachdem sich nun die Lage wieder beruhigt hat, sind die Aufräum- und Dachdeckarbeiten in vollem Gange, damit die wissenschaftliche Arbeit in Kürze wieder aufgenommen werden kann. Dadurch, dass durch den starken Regen erhöhte Mengen organischen Materials ins umliegende Küstenwasser gespült wurde, versprechen sich die Wissenschaftler interessante Daten, was Nährstoffe, Algenwachstum und andere Parameter angeht.
Sturmschäden auf Kho Pangan.
Koh Phangan, Thailand, Lufttemperatur 27 Grad, Wassertemperatur 28 Grad.
Da sich die Wetterbedingungen leider innerhalb der letzten Woche nicht merklich gebessert haben, und das Team immer noch mit zu hohen Wellen, Sturm und häufigen Stromausfällen zu kämpfen hat, ist an Feldarbeit zur Zeit nicht zu denken. Trotz der Bedingungen haben sich 2 Wissenschaftler unter Wasser begeben, um die seit dem ersten schweren Sturm verschollenen Exklusionskäfige zu suchen. Nachdem am Sonntag der erste Versuch wegen zu schlechter Bedingungen abgebrochen werden musste, war das Team am folgenden Tag erfolgreicher. Die gute Nachricht ist, dass alle Käfige wieder gefunden wurden. Leider sind einige schwer beschädigt und viele der Fliesen für die Sukzessionsbeobachtungen sind aus den Käfigen herausgebrochen (siehe Fotos).
Da sich die Bedingungen in absehbarer Zeit nicht ändern sollen, hat das Team sich dazu entschlossen, nötige Visa-Formalitäten und die damit verbundenen Ausreisen vorzuziehen, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Momentan ist es durch die langsam schlimmer werdende Flut im Land jedoch nicht möglich, die Insel zu verlassen. Das übrig gebliebene, durchnässte Team hofft auf baldige Besserung…….

Exklusionskäfig
Koh Tao und Koh Phangan, Lufttemperatur 30 Grad, Wassertemperatur 28 Grad
Seit 5 Tagen harrt das ZMT-Forscherteam nun auf Koh Phangan, auf besseres Wetter wartend, aus. Nachdem sich ein Teil des Teams bereits am 16.03. wieder auf die "Heimreise" nach Koh Phangan begeben hat, wurde die Insel am folgenden Tag von einem schweren Sturm mit erheblichem Wellengang heimgesucht. Dieses für diese Jahreszeit völlig ungewöhnliche Ereignis und die damit verbundenen außerordentlich schlechten Tauchbedingungen machen weitere Untersuchungen zur Zeit leider unmöglich, so dass die Zeit mit Datenaufbereitung verbracht wird. Die vor kurzem ausgebrachten Exklusionskäfige konnten bei einem ersten Sichtungstauchgang leider nicht aufgefunden werden, so dass auch hier auf bessere Bedingungen gehofft werden muss. Da laut Wettervorhersagen Besserung in Sicht ist, wird ein Teil des Teams in den nächsten Tagen erneut die Bucht Mae Haad beproben und sich auf die hoffentlich erfolgreiche Suche nach den Käfigen machen.

Sturm auf Kho Pangan
Koh Tao, Thailand, Lufttemperatur 30°C, Wassertemperatur 29°C
Seit vier Tagen untersucht das ZMT- Forscherteam die Riffe um Koh Phangans Nachbarinsel Koh Tao. Da diese Insel durch ihren Ruf als gutes Tauchrevier eine wesentlich höhere Besucherzahl pro Fläche aufweist, erwarten die Wissenschaftler eine höhere Nährstoffbelastung und einen generell schlechteren Zustand der Saumriffe. Trotz des für diese Jahreszeit ungewöhnlich schlechten Wetters, mit starkem Wind und Wellengang, konnten bereits zwei der drei zu untersuchenden Buchten beprobt werden. Mithilfe des Tauchlehrers Nathan, der in Koh Tao ein Reef-Conservation-Programm betreibt, und seinen Assistentinnen Petra und Julia, wurden die Untersuchungen vom Boot aus durchgeführt. Die erste Beprobung fand an der größten Siedlung der Insel statt, die durch einen hohen Bootsverkehr und intensiven Tourismus charakterisiert ist. Des Weiteren werden dort große Mengen ungeklärten Abwassers direkt ins Meer geleitet. Das unter Wasser gewonnene Bild bestätigte auf den ersten Blick die Hypothesen der Forscher. Zusätzlich zu den üblichen Untersuchungen wurden an der tourismusreichsten Bucht neun Fisch-Ausschluss-Käfige ausgebracht, die jeweils mit 52 gleichgroßen Platten ausgestattet sind. Damit kann untersucht werden, wie stark verschiedene Algen in einer bestimmten Zeit ohne Abgrasung durch herbivore Fische und Seeigel wachsen können. Jede Woche wird nun jeweils eine Platte aus den Käfigen entnommen und im Labor untersucht.
Aufgrund der schlechten Wetterlage ist die Beprobung der dritten Bucht zur Zeit nicht möglich, trotzdem werden die ersten Ergebnisse aus den anderen Buchten mit Spannung erwartet. Bald mehr an dieser Stelle.
Abwassereinleitung in Koh Tao
Für diese Forschungswoche lag die Beprobung des etwa 35 km von Koh Phangan entfernten Ang Thong Nationalparks im Fokus der Wissenschaft. Der Nationalpark ist unbewohnt und von der Fischerei ausgeschlossen. Hier erwarten wir Korallenriffe im besten Zustand, da der Eintrag von Abwässern lediglich durch wenige Tauchboote und nicht von Land aus verursacht wird. Bepackt mit großen Kühlboxen für die Proben, Maßbändern zum Auslegen der 3 x 50m langen Transekte und weiterem Equipment ging es auf das Tauchboot der benachbarten Tauchschule "Chaloklum Divers". Nach etwa zwei Stunden Überfahrt war das Ziel schließlich erreicht und die anderen Passagiere über unser Vorhaben aufgeklärt, da der Materialberg natürlich nicht verborgen blieb. Das Interesse war groß und viele der Gäste an Bord nutzten die Gelegenheit, den vier Meeresbiologen eigene Erfahrungen und Eindrücke zum Thema Einleitung von Abwässern ins Meer zu schildern. Wieder einmal zeigt sich, dass dies kein lokal begrenztes Problem, sondern weltweit zu finden ist.
Bei der Bestandsaufnahme der Benthosorganismen zeigten sich die Korallen, verglichen mit den Saumriffen um Koh Phangan, in einem bedeutend besseren Zustand. Auch der Bedeckungsgrad mit Korallen war nochmals höher als um Phangan herum, filamentöse Algen waren kaum zu finden. Zur Freude der Bremer und Münchner Meeresbiologen wurden die Transektarbeiten noch von einer echten Karettschildkröte begleitet. Messungen der mikrobiellen Aktivität ergaben deutlich niedrigere Werte im Vergleich zu den bislang beprobten Buchten. Dies entspricht den Erwartungen der geringeren Wasserverschmutzung durch Abwässer und daher geringerer mikrobieller Aktivität im Wasser und in den Sedimenten. Auch die Anzahl und Diversität der Fische und Seeigel war im tourismusarmen Nationalpark erwartungsgemäß wesentlich höher als in den zuvor beprobten Buchten. Pro Transekt konnten durchschnittlich mehr als 400 Fische und 100 Seeigel erfasst werden.
Nicht zuletzt dank Werders Befreiungsschlag, der live in Thongsalas Werderkneipe (!) verfolgt wurde, ist die Stimmung im Team sehr gut.
Für die kommende Woche stehen Beprobungen einer dritten Station auf Koh Phangan sowie ein Aufenthalt auf der Nachbarinsel Koh Tao an, wo drei vergleichbare Buchten untersucht werden sollen.

Echte Karettschildkröte vor einer
Transektleine
Koh Phangan, Thailand, Lufttemperatur 32°C, Wassertemperatur 29°C
Heute wurden die Beprobungen in der zweiten Bucht Haad Yao abgeschlossen. Die Arbeiten unter Wasser liefen erneut routinierter als noch bei der ersten Probennahme und alle Aufgaben konnten innerhalb eines Tauchganges erledigt werden. Augenscheinlich ist der Bewuchs mit Makroalgen weitaus geringer als in Mae Haad (der ersten von uns beprobten Bucht) eigentlich ein Indiz für eine geringere Nährstoffbelastung. Da auch hier Wasserproben genommen wurden, kann dies später im Labor ggf. verifiziert werden. In unseren Experimenten zeigten allerdings die Wasserproben im Vergleich zur ersten Bucht jedoch eine erhöhte mikrobielle Aktivität, was auf einen erhöhten Nährstoffeintrag durch den Tourismus hinweisen kann. Damit stimmen auch höhere Mengen an Meeresschnee in den zwei Tage zuvor ausgebrachten Sedimentfallen überein. Die Fischzählungen ergaben eine etwas höhere Artenvielfalt als in der zuvor beprobten Bucht Mae Haad. Auch die Korallen sind in Haad Yao in einem weitaus besseren Zustand und bedecken mit ca. 40 % die doppelte Fläche im Vergleich zu Mae Haad. Diesen, den anfänglichen Hypothesen zum Zustand der Riffe um Koh Phangan zumindest zum Teil widersprechenden Beobachtungen, werden wir versuchen mit weiteren Parametern, wie z.B. der Strömungsgeschwindigkeit und sozio-ökonomischen Erhebungen, auf den Grund zu gehen.
Die sozio-ökonomischen Beobachtungen und Befragungen werden derzeit parallel zur Probennahme in den Resorts entlang der jeweiligen Buchten durchgeführt und werden dann gemeinsam mit den Analyseergebnissen ausgewertet. Was offizielle Geschäftszahlen betrifft, sind Thailänder leider eher bedingt auskunftsfreudig. Um die tatsächlichen Belegungszahlen zu erhalten, mussten wir uns eines Tricks bedienen. Mit Hilfe einer Vollbelegung durch eine fiktive Hochzeitsgesellschaft können wir nun die Bebauung und Auslastung der Resorts in den Buchten genau angeben. Von einer befreundeten Tauchschule wurden uns heute Korallenfragmente geliefert, welche bei der Entfernung eines Fischernetzes von einem Riff abgebrochen sind. Diese werden nun von uns auf Tonfliesen befestigt und morgen in einer nahen Bucht ausgebracht.
Für die kommenden Tage sind die Beprobung einer dritten Bucht und die erste Fahrt in einen nahe gelegenen Nationalpark geplant.

Korallentransplantation
Kho Pha Ngan, Thailand, Lufttemperatur: 35 °C, Wassertemperatur: 29 °C
Heute war ein strahlend schöner, ruhiger Sonntag. Morgens um 8:00 Uhr waren wir am Mae Haad Strand die einzigen Gäste, was wahrscheinlich daran lag, dass ein Grossteil der Touristen die ganze Nacht auf der großen Full Moon Party verbracht hatte. Erst gegen Abschluss unserer Probennahme um die Mittagszeit waren einige müde Menschen am Strand zu finden.
Die heutige Arbeit unter Wasser lief schon deutlich besser als vorgestern. Es gelang dem ZMT-Team die Arbeitsabläufe unter Wasser so zu optimieren, dass ein Tauchgang ausreichte. Ansonsten waren die Beobachtungen sehr ähnlich wie vor 2 Tagen: Wieder waren sehr viele Meeresschnee-Flocken im Wasser und die Riffsedimente zeigten an vielen Stellen Mikroalgenbewuchs und waren direkt unter der Oberfläche schwarz. Dies ist sehr ungewöhnlich für Korallenriffsande.
Inzwischen sind die Inkubationen von Wasser und Sediment zur Messung des Sauerstoffverbrauchs gestartet, und die Ergebnisse werden morgen vorliegen. Damit wäre dann die Februar-Probennahme für die Mae Haan Bucht abgeschlossen. Zwei weitere Probennahmen werden dort noch einmal gegen Ende der Expedition im April stattfinden, um zeitliche Veränderungen erfassen zu können. Der morgige Tag wird nun auch für intensive Einzel- und Gruppengespräche genutzt, um einen guten Zeitplan und eine passende Strategie für die Beprobung der anderen Standorte auf Kho Pha Ngan, der Nachbarinsel Koa Tao und im Nationalpark Ang Thong zu erstellen. Die Studenten sind ab übermorgen dann auf sich alleine gestellt, denn ihr Betreuer kehrt zurück ans ZMT in Bremen, dies aber mit einem sehr guten Gefühl, denn ein Grossteil der Arbeiten und die Zusammenarbeit untereinander funktioniert sehr gut.
Ab jetzt werden die Studenten einmal die Woche an dieser Stelle weiter berichten.
An dieser Stelle auch noch einmal ein riesiges Dankeschön an unseren Gastgeber Eike Schönig mit seiner Frau Janina, die es wirklich geschafft haben, hier in sehr kurzer Zeit eine tolle Forschungsstation (www.coresea.com) aufzubauen, die in dieser Form im Golf von Thailand einzigartig ist und hervorragende Forschungsbedingungen bietet.

Transektarbeiten
Kho Pha Ngan, Thailand, Lufttemperatur: 34 °C, Wassertemperatur: 29 °C
Das ZMT-Team war heute den ganzen Tag mit der Bearbeitung und Analyse der Proben von gestern beschäftigt. Am späten Nachmittag fand dann eine Besprechung aller Teilnehmer statt, um die bisherigen Ergebnisse vorzustellen und zu diskutieren. Hierbei stellte sich heraus, dass die Schätzungen vom Vortrag richtig waren: Die Bedeckung des Meeresbodens von Mae Haad mit Steinkorallen betrug tatsächlich nur unter 20 %, während die Algenbedeckung ungefähr 60 % ausmachte. Ein Grossteil dieser Algen bestand aus feinen, fädigen Turfalgen und Cyanobakterien. Nur unter 40 % aller Fische im Wasser waren sogenannte herbivore Fische, die Algen abweiden. Unter diesen dominierten Papageienfische gefolgt von Kaninchenfischen, die insgesamt 90 % ausmachten. Die Sauerstoffeindringtiefe in die Sedimente betrug im Mittel nur 3 cm, was am intensiven Sauerstoffverbrauch der Sedimente lag, den eine Studentin auch messen konnte. Leider fehlen noch einige Chemikalien für die wichtigen Nährstoffmessungen, so dass diese Daten noch fehlen zusammen mit den organischen Kohlenstoff- und Stickstoffmessungen, die erst am ZMT durchgeführt werden können.
Die Expeditionsteilnehmer einigten sich nun, dass eine Widerholung der gesamten Probennahme in Mae Haad notwenig ist, um zu überprüfen, ob sich die hochinteressanten Befunde von gestern und heute auch zu anderen Zeitpunkten bestätigen. Gleich für morgen ist nun die erste Wiederholung geplant. Dies hat auch den Vorteil, dass alle Arbeitsabläufe in vertrauter Umgebung verbessert werden können und einige zusätzliche Experimente (Aufstellen von Sedimentfallen und Käfigen zum Ausschluss von herbivoren Organismen) begonnen werden können. Ziel ist nun, das gesamte Probennahme- und Messprogramm bis Mittag abgeschlossen zu haben, um dann am Nachmittag im CORE Sea Labor mehr Zeit für eine schnelle Bearbeitung der Proben zu haben.
Aber heute Abend ist nun erst einmal ein Besuch der berühmten Full Moon Party in Haad Rin am anderen Ende der Insel geplant. Der Himmel ist sehr klar, so dass einem tollen Erlebnis nichts im Wege steht.
Sedimentprobenaufbereitung
Kho Pha Ngan, Thailand, Lufttemperatur: 35 °C, Wassertemperatur: 29 °C
Heute fand die erste Probennahme im Wasser statt. Dazu wurden alle fünf Expeditionsteilnehmer vom ZMT plus drei assistierende Hilfswissenschaftler zur Verstärkung mit ihrer Ausrüstung in die Bucht Mae Haad im Nordwesten von Koh Pha Ngan gebracht. Diese Bucht ist dicht bebaut mit Hotels und Bungalows, und intensiver Tourismus findet hier statt.
Kaum unter Wasser, konnten die Wissenschaftler im vorderen Bereich der Bucht dichte Bestände von Makroalgen beobachten, die ein Indikator für hohe Nährstoffkonzentrationen sind. Wasserproben wurden genommen, um das im Labor zu überprüfen. Die Sicht unter Wasser war recht trübe aufgrund einer Vielzahl von sogenannten Meeresschnee-Flocken, und das Sediment zeigte sich an vielen Stellen direkt unter der Oberfläche schwarz, was darauf hindeutet, dass in Mae Haad so viel organisches Material in das Wasser und schließlich auf den Meeresboden gelangt, dass durch dessen Abbau der Sauerstoff intensiv verbraucht wird. Auch dieser Vermutung gingen die Wissenschaftler nach, indem sie Sedimentproben für weitere Analysen entnahmen.
Das Korallenriff selbst im hinteren Bereich der Bucht zeigte sich in einem schlechten Zustand. Die Untersuchungen von heute offenbarten, dass die Bedeckung des Meeresbodens mit Steinkorallen nur deutlich unter 20 % liegt. Dies scheint aber nicht immer so gewesen zu sein, denn es kommen sehr viele tote Geweihkorallen vor, die nun von schleimigen Algen überwachsen sind. Vieles deutet darauf hin, dass das Korallenriff von Mae Haad erst kürzlich stark beschädigt wurde, vermutlich durch eine Kombination der hohen Wassertemperaturen in 2010 und direkte menschliche Einflüsse wie der übermäßige Eintrag von Nähr- und Schadstoffen sowie intensiver Fischfang. Diesen Fragen wollen die ZMT-Wissenschaftler nun nachgehen. Morgen wird ein Grossteil der Probenanalyse von heute im Labor von CORE Sea (www.coresea.com) bereits abgeschlossen sein, so dass an dieser Stelle über die ersten Ergebnisse berichtet werden kann.

Mae Haad Bucht

Sedimentprobennahme
Kho Pha Ngan, Thailand, Lufttemperatur: 32 °C, Wassertemperatur: 29 °C
Dies ist die erste ZMT-Expedition in den Golf von Thailand. Ziel ist es, das Funktionieren der Korallenriffe vor der Insel Kho Pha Ngan und der Nachbarinsel Koh Tao unter dem Einfluss von Tourismus zu verstehen. Als Referenzstandort dient der unbesiedelte Nationalpark Ang Thong. Solche riffökologische Forschung gab es im Golf von Thailand bisher nicht, so dass einige hochinteressante Erkenntnisse zum Zustand der lokalen Korallenriffe zu erwarten sind.
Die einzelnen Forschungsprojekte werden unter der wissenschaftlichen Leitung und Betreuung von ZMT-Forscher Prof. Dr. Christian Wild durch vier Masterstudenten der Universitäten Bremen (Hauke Schwieder, Kristina Börder, Swaantje Bennicke) und München (Susanne Pusch) durchgeführt. Ausgangsbasis für die umfangreichen Feld- und Laborstudien ist der kleine Fischerort Chalok Lum im Norden von Kho Pha Ngan. Hier hat der Hamburger Meeresbiologe Eike Schönig Ende 2010 die Forschungsstation CORE Sea (Center for Oceanic Research and Education) gegründet und aufgebaut. Die ZMT-Wissenschaftler sind die ersten Gäste der Station, die bereits jetzt bemerkenswert gut ausgerüstet ist. So stehen unter anderem Messgeräte für Nährstoffanalysen und ein chemisches Labor zur Verfügung.
Mit dem heutigen Tage wurden alle Planungen und Vorbereitungen abgeschlossen, so dass es ab morgen ins Wasser gehen kann. Ziel der morgigen Bootsausfahrt ist ein Riffstandort im Nordosten Kho Pan Ngans, der sehr nah an einigen großen Hotelanlagen liegt. Hier wollen die Forscher ihre Untersuchungen beginnen.
Prof. Dr. Christian Wild, AG Korallenriffökologie

Das Team