
Das ZMT betreibt eine eigene Meerwasser-versuchsanlage (MAREE), in der ganzjährig tropische Organismen gehältert werden. Auf etwa 150 m² stehen zusätzlich Raum und Material für die Durchführung von ökologischen und physiologischen Experimenten zur Verfügung. Über 60 Versuchs-Aquarien in mehreren, unabhängigen Meerwasserkreislaufsystemen (> 10 m³ Wasservolumen) sowie ein Mesokosmos (15 m³ Wasservolumen) bieten hierfür eine flexible Infrastruktur. Eine Routineproduktion verschiedener Phyto- und Zooplanktonarten wird gewährleistet und dient u.a. der Gewinnung von Lebendfutter. Respirationsanlagen, ein Strömungskanal sowie die Möglichkeit, Manipulationsexperimente mit Temperatur, Salinität, Licht, CO2 und O2 durchzuführen, runden das Angebot ab.
Dem Forschungskonzept der MAREE liegen drei Forschungslinien zugrunde:

Leiter
Viele Forschungsprojekte am ZMT beinhalten Feldforschung zu ökologischen und biogeochemischen Prozessen in marinen tropischen Ökosystemen. Ergänzend können in der MAREE in Laborexperimenten die Auswirkungen einzelner Umweltfaktoren untersucht werden. In Manipulationsexperimenten kann selektiv z.B. der Einfluss von Wassertemperatur, pH, Nährstoffgehalt oder Strömungsgeschwindigkeit auf die Versuchsorganismen erfasst werden.
Das ZMT bearbeitet Fragestellungen zur Nachzucht kommerziell und ökologisch wichtiger Meeresorganimsen. Besonders Zierorganismen, die attraktiv für den Aquarienmarkt sind oder sogenannte „Ökosystemingenieure“, also Organismen, die wichtige funktionelle Rollen in ihrem Ökosystem bekleiden, werden erforscht. Die Verbesserung der Wasser- und Futterqualität bei der Hälterung wird hierbei genauso untersucht wie die sexuelle und asexuelle Reproduktion der Versuchsorganismen.
Ökophysiologische Experimente helfen zu verstehen, wie Organismen mit ihrer Umwelt interagieren. Der Einfluss verschiedener Umweltparameter auf Metabolismus, Physiologie und Lebenszyklen mariner Schlüsselorganismen gewinnt vor dem Hintergrund einer sich ändernden Umwelt an Bedeutung. Am ZMT werden ausgewählte Parameter und potenzielle Indikatorprozesse bzw. -arten untersucht. Gegenwärtig stehen die Auswirkungen der Ozeanversauerung auf kalzifizierende Organismen im Vordergrund. Weiterhin werden Respirationsmessungen zur Erfassung der Physiologie ausgewählter Zierorganismen durchgeführt.