
Mangroven sind baumbestandene Feuchtgebiete in der Gezeitenzone tropischer und subtropischer Küsten. Sie kommen in über 100 Ländern vor, weltweit wird ihre Gesamtfläche auf 18 Millionen Hektar geschätzt. Mangrovenwälder schützen die Küsten vor Erosion, puffern die Wucht von Sturmfluten ab, halten Sedimente zurück und fixieren mehr Kohlenstoffdioxid pro Fläche als das Phytoplankton tropischer Meere. Sie sind die Kinderstube zahlloser Arten von Fischen und Krustentieren. Daher spielen sie eine entscheidende Rolle für das Überleben vieler kommerziell genutzter Fischarten.
Nutzungsformen wie Stadtentwicklung, Schifffahrt, Garnelenzucht, Holzindustrie oder Fischerei haben weltweit große Mangrovengebiete zerstört. Allein für die Anlage von Garnelenteichen sind in den letzten Jahrzehnten mehr als 50% des Mangrovenbestandes zerstört worden. Für die Einheimischen bedeutet dies der Verlust ihrer traditionellen Lebensgrundlage. Will man ihre fortgesetzte Zerstörung in Zukunft verhindern, müssen nachhaltige Formen der Bewirtschaftung gefunden werden.
Obwohl Mangrovenökosysteme in zahlreichen Einzeluntersuchungen intensiv erforscht wurden, sind die wissenschaftlichen Kenntnisse über ihre Struktur, Dynamik und ihre Ressourcen immer noch gering. Eine der wesentlichen Aufgaben des ZMT ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für ihren Schutz und ihre nachhaltige Nutzung zu schaffen.

Forschungsschwerpunkte