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3.8.11

CEMarin: Exzellenzzentrum für Meeresforschung

Am 7.10.2010 wurde es offiziell in Santa Marta eröffnet: das deutsch-kolumbianische Exzellenzzentrum für Meeresforschung, an dem auch das ZMT beteiligt ist. CEMarin ist eines von weltweit insgesamt vier Exzellenzzentren für Forschung und Lehre, die deutsche Universitäten mit Partnerhochschulen aufbauen. An ihnen sollen herausragende Wissenschaftler aus den Zielländern und Deutschland gemeinsam arbeiten und der Forschungszusammenarbeit neue Impulse verleihen.

Das Zentrum in Santa Marta wird durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) mit insgesamt 1,5 Millionen Euro im Rahmen der Außenwissenschaftsinitiative des Auswärtigen Amts gefördert. Zu den Zielen der Kooperation zählen die interdisziplinäre Ausbildung von Doktoranden in einem internationalen Rahmen und die Bündelung und Koordination von Forschungsprojekten über die Küstengewässer Kolumbiens und ihre nachhaltige Nutzung.

Auf Einladung der Arbeitsgruppe „Korallenriffökologie“ von Prof. Christian Wild, die sich an CEMarin beteiligt, war am 3.8. die Kolumbianerin Dr. Valeria Pizarro für Kooperationsgespräche und ein Vortragsprogramm zu Gast am ZMT. Sie ist Dozentin in CEMarin und Expertin für Korallenriffökologie der Karibik an der Universität in Bogotá.

Kolumbien ist eines der artenreichsten Länder der Welt. Nicht nur der tropische Regenwald, sondern auch die ausgedehnten Küstengebiete der Karibik und des Pazifik tragen zur außerordentlichen Biodiversität bei. Korallenriffe finden sich an beiden Küsten, der überwiegende Teil kommt aber in den wärmeren Gewässern der Karibik vor. „Wir haben ozeanische Riffgebiete untersucht, die lange Zeit von menschlichen Einflüssen weitgehend unberührt geblieben sind“, berichtet Dr. Pizarro. „das hat sich mittlerweile geändert“.

Die Folgen des intensiven Tourismus, Sedimenteinträge, Hurrikane und die Klimaerwärmung machen den Riffen Kolumbiens zu schaffen. Dynamitfischerei ist zwar verboten, wird aber dennoch praktiziert. Korallen in den Untersuchungsgebieten zeigen eine stark reduzierte Fertilität, werden von Algen und Cyanobakterienmatten überwuchert oder weisen Krankheiten wie das sogenannte „White plague disease“ auf. „Bis zu 1,5 cm pro Tag kann sich diese Krankheit auf den Korallen ausbreiten“, führt Dr. Pizarro aus. Zusammen mit ihrer Arbeitsgruppe experimentiert sie mit verschiedenen Methoden der Riffrekonstruktion.

Die Entwicklung der Meeresforschung sowie der Schutz und die nachhaltige Nutzung der marinen Ressourcen haben mittlerweile nationale Priorität in Kolumbien und sollen durch das neue Exzellenzzentrum gefördert werden. Es ist zunächst auf fünf Jahre angelegt und ein Kooperationsprojekt der Universitäten in Gießen und Kiel, des ZMT und drei führender kolumbianischer Universitäten.

Weitere Informationen:

Prof. Christian Wild
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie
Tel: 0421 / 23800 – 114
Email: christian.wildE-Mail-Adressezmt-bremen.de