
Auftriebsgebiete sind hochproduktive marine Ökosysteme, die den größten Teil der weltweiten Fischereierträge liefern und eine zentrale Rolle für die Ernährung der Küstenbevölkerung spielen. In 2009 startete das große Verbundprojekt GENUS (Geochemistry and Ecology of the Namibian Upwelling System), finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Es zielt darauf, im Benguela-Auftriebsgebiet vor der Küste Namibias die Beziehungen zwischen den Strukturen des Ökosystems, den Kreisläufen der Nährstoffe und klimarelevanter Gase sowie den Einflüssen des Klimawandels zu klären und modellierbar zu machen.
Aufgrund der sehr positiven Begutachtung der Forschungsergebnisse aus der ersten Phase entschied das BMBF, das GENUS-Projekt in eine zweite dreijährige Phase zu schicken, die am 1. Mai 2012 beginnt. Während sich das Projekt bisher auf die Küste vor Namibia konzentrierte, soll in der zweiten Phase das Untersuchungsgebiet in Nord-Südrichtung ausgedehnt werden.
Das ZMT ist in GENUS mit zwei Teilprojekten beteiligt, die sich zum einen biogeochemischen Aspekten, zum anderen der Lebensgemeinschaft im Auftriebssystem widmen. Eine Verschlechterung der Umweltbedingungen kann z.B. dazu führen, dass sich die Gemeinschaft der mikroskopisch kleinen Planktonarten verändert. Diese aber dienen den Fischlarven als Futter, und letztendlich kann sich der Fischbestand beträchtlich ändern. „Mit den Zuwachsringen der Otolithen – das sind Gehörsteinchen der höheren Fische - können wir in Kombination mit Fettsäure- und Lipidgehalt der Larven Aussagen über ihren Ernährungszustand machen“ erklärt Dr. Werner Ekau. Er ist am ZMT Ansprechpartner für das GENUS-Projekt. Geplant sind verschieden Schiffsexpeditionen für Felduntersuchungen sowie experimentelle Arbeiten in den Hälterungsanlagen der Partenrinstitute in Swakopmund (Namibia), und Kapstadt (Südafrika).
Hauptziel der biogeochemischen Untersuchungen ist es hingegen, die Auswirkungen des Klimawandels auf die sogenannte „Biologische Pumpe“ zu untersuchen. Bei diesem Prozess wird durch die Meeresorganismen Kohlenstoff in die Tiefsee transportiert, die dadurch eine Kohelanstoffsenke darstellt.
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Kontakt
Dr. Werner Ekau
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie
Tel: 0421 / 23800 – 23
Email: werner.ekau
zmt-bremen.de
