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12.5.11

Expedition to the Gulf of Beibu in China

Only in German...

Zurück von einer Feldexpedition an den Golf von Beibu im Südwesten Chinas bringen Wissenschaftler des ZMT Daten zur Filterfunktion von Mangroven an der Grenze zwischen Land und Meer mit.

Das Arbeitsgebiet nahe der südchinesischen Touristenstadt Beihai in der Provinz Guangxi erstreckt sich vom Unterlauf des Nanliu Flusses über das Ästuar und die angrenzende Lianzhou Bucht. Das Einzugsgebiet des Flusses unterliegt starken Einflüssen menschlicher Aktivitäten. Es ist geprägt duch intensive Landwirtschaft: Guangxi zählt zu den wichtigesten Zuckerrohranbaugebieten Chinas. Am Unterlauf des Flusses und im Ästuar wurden zudem seit den 60er Jahren große Gebiete, die teilweise von Mangroven bewachsen waren, in Reisanbauflächen umgewandelt.

Aufgrund höherer ökonomischer Erträge entstehen seit den 80er Jahren hier zunehmend Teiche für die Zucht von Garnelen und, als regionale Besonderheit, auch Schlammspringern. Über den nahegelegenen Nanliu-Fluss erfolgt die Be- und Entwässerung der Zuchtteiche. Mit dem Flusswasser gelangen dadurch Abwässer und Pestizide in die noch bestehenden Mangrovenwälder und ins Meer. Bedeutend ist auch die Landwirtschaft als Quelle für stark erhöhte Nährstoffgehalte im Flusswasser.

Durch die menschlichen Eingriffe der letzten Jahrzehnte sind die Mangroven-bestände heute im Wesentlichen auf die Flussmündung begrenzt. Dort säumen sie die Ufer und bilden Inseln von teils mehreren hundert Metern Länge und Breite. Der Bestand ist als nationales Mangrovenschutzgebiet ausgewiesen. Das ZMT geht der Frage nach, wie sich die Nährstoffe und das Partikelmaterial im Fluss und den angrenzenden Küstengewässern zusammensetzen und inwieweit die Mangroven vor Ort die Stofftransporte des abfließenden Wassers beeinflussen bzw. als Filter fungieren.

Auf der Expedition wurden Mangrovengebiete, die wichtigsten Flussarme des Deltas, die vorgelagerte Bucht und ausgewählte Aquakulturteiche beprobt. Die Proben gewähren einen Einblick in die Quellen sowie den Transport von gelöstem Material und Feststoffen über das Flusssystem sowie den Eintrag in und den Austrag aus den Mangroven. Die Arbeiten werden in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern vom Guangxi Mangrove Research Center in Beihai durchgeführt.

Weitere Informationen:

Dr. Daniela Unger
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie
Tel: 0421 / 23800 – 52
Email: daniela.ungere-mail addresszmt-bremen.de

David Kaiser
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie
Tel: 0421 / 23800 – 109
Email: david.kaisere-mail addresszmt-bremen.de