
Langsam bewegt sich die Uthörn durch das Wasser der Wesermündung. An Bord des kleinen Forschungsschiffes untersuchen Marisol Gutierrez, Anna Bertram und Janina Korting eine Sedimentprobe mit Sieben verschiedener Maschenweite auf die Zusammensetzung ihrer Korngröße. Mit einem Kastengreifer haben sie die Probe dem Meeresgrund entnommen.
Marisol Gutierrez, Anna Bertram und Janina Korting sind Studentinnen des Studiengangs ISATEC (International Studies in Aquatic Tropical Ecology), ein zweijähriges internationales Masterprogramm, das in Kooperation mit dem ZMT an der Universität Bremen angeboten wird und bereits seit elf Jahren existiert. Der Studiengang bringt Studenten aus aller Welt zusammen. Er besitzt einen interdisziplinären und problemlösungsorientierten Ansatz, den Teilnehmern wird ein umfassendes Wissen in theoretischer und angewandter Ökologie und in den Grundlagen der Sozioökonomie vermittelt.
Anfang April lud das ZMT die Studenten wieder zum Kurs über biogeochemische Stoffkreisläufe ein. Der Geologe Tim Jennerjahn und ein Team aus Doktoranden und Technikern vermittelten den Kursteilnehmern, wie aus Elementen wie Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff organische Materie wird und diese wieder in einzelne Elemente zerfällt. Im Blickpunkt stehen insbesondere die Stoffkreisläufe in aquatischen Ökosystemen tropischer Küsten sowie die Frage, welchen Einfluss der Klimawandel und durch den Menschen bedingte Umweltveränderungen darauf nehmen.
Der einwöchige biogeochemische Kurs stellt eine sehr kompakte Einheit mit einem integrativen Konzept dar, das von der Probennahme über Labormessungen bis zur Interpretation der Ergebnisse all jene Schritte umfasst, die für das wissenschaftliche Arbeiten notwendig sind. Auf einer Eintagesexpedition mit dem Forschungsschiff "Uthörn" nehmen die Studenten Wasser- und Sedimentproben, die sie später im Labor auf ihre Zusammensetzung untersuchen. Begleitet wird die praktische Arbeit von einer Theoriephase, in der auch Filme von Schiffesexpeditionen zum Einsatz kommen, die vermitteln, wie Proben in den Forschungsgebieten der Tropenforscher gewonnen werden.
Bei der Probenanalyse wird Wert darauf gelegt, die Kursteilnehmer nicht nur in anspruchsvolle Gerätetechnik einzuarbeiten, da diese in ihren Herkunftsländern teilweise gar nicht vorhanden ist. Man macht sie auch mit einfacheren Untersuchungsmethoden vertraut, wie z.B. der titrimetrischen Bestimmung in Wasser gelösten Sauerstoffs. Unter Anleitung werden anschließend fotometrische Analysen von Nährstoffen wie Nitrat und Phosphat am Durchflussanalysator durchgeführt, und schließlich die Isotopenmessung am Gasisotopen-massenspektrometer. Die unterschiedliche Isotopenzusammensetzung eines Elements liefert dabei wichtige Informationen über die Stoffkreisläufe. Am Ende der Woche haben die Kursteilnehmer einen kompletten Datensatz ihrer Proben erworben und genug Prozessverständnis erlangt, um diese Daten gemeinsam mit den Wissenschaftlern zu interpretieren.
Den Studenten wird am ZMT eine sehr praxisnahe Ausbildung geboten, bei der ihnen nicht nur die Dozenten, sondern die gesamte Laborinfrastruktur des Institutes zur Verfügung steht. Viele entscheiden sich nach der Ausbildungsphase, ihre Abschlussarbeit am ZMT anzufertigen und profitieren dabei von den guten Partnerbeziehungen des Institutes zu Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen tropischer Länder.
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Nancy Gikonyo nimmt mit einem Spatel eine Sedimentprobe vom Grund der Weser, die später im Labor untersucht werden soll.
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Die Labortechnikerin Christina Staschok erklärt die Benutzung des Photometers für Nährstoffmessungen.