
Heute ist der letzte Tag in Santa Cruz. In der Charles Darwin Foundation hat das ZMT-Team zum Abschluss einen Vortrag über das Pilot-Projekt gehalten. Anschließend an den Vortrag gab es eine interessante Diskussion über Vor- und Nachteile in der Anwendung stabiler Isotope für die Auflösung von Nahrungsnetzen. Die Mitarbeiter der CDF waren sehr interessiert und hoffen, bald von unseren Ergebnissen zu hören.
Vor der Station.
Trotz Problemen mit der Stromversorgung sind die Proben im Ofen getrocknet, so dass wir sie einpacken konnten. Bevor diese aber nach Deutschland verschickt werden können, müssen sie vom Nationalpark Galapagos kontrolliert werden. Da Proben jeglicher Art aus Ecuador Eigentum des ecuadorianischen Staates sind, bedarf es nicht nur besonderer Genehmigungen, sondern man verpflichtet sich auch, die Proben nach der Analyse wieder dem Nationalpark Galapagos zurückzugeben. Des Weiteren müssen Berichte über die Arbeit in Galapagos angefertigt werden und ebenfalls an die Nationalparkbehörde eingereicht werden.
Stromversorgung und Internet sind teilweise noch sehr schlecht. Deswegen nur eine kurze Nachricht von der Insel. Die Ausfuhrgenehmigungen für die Proben sind beantragt und zum Abschluss unseres Aufenthaltes werden wir noch einen Vortrag über unsere Arbeit halten.
Gestern Morgen wollten wir die restlichen Arbeiten im Labor der CDF abschließen. Aber aufgrund eines Tsunami-Alarms mussten wir Puerto Ayora verlassen und uns ins Hochland begeben. Die Welle war stärker als erwartet wurde (ca. 1,75m) und zerstörte einige Geschäfte, Häuser und Hotels, die direkt am Wasser lagen. Leider wurde auch das Labor, wo wir arbeiten (Biomar) erheblich beschädigt. Die Eingangstür wurde komplett herausgerissen und Möbel herausgespült. Die Tauchflaschen und das Tauch-Equipment wurden in die Mangroven geschwemmt und das Pumpenhäuschen wurde komplett zerstört.
Viele Leute sind gekommen, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Es wird allerdings noch einige Tage dauern bis Biomar wieder Strom und Internet hat und vor allem eine neue Tür. Da die Gewebeproben in einem anderen (höher gelegenen) Labor im Ofen gelagert sind, ist denen auch nichts passiert. Glücklicherweise haben die in Biomar gelagerten Sedimentproben auf den festen Labortischen gestanden, die nicht mit der Welle mitgerissen worden sind. Wir hoffen sehr, dass die Biomar-CDF Mitarbeiter ihre Arbeit bald wieder aufnehmen können.
In den letzten zwei Tagen sind wir vor Floreana getaucht und konnten erfolgreich unsere Arbeiten durchführen. Am ersten Standort „La Botella“ waren bis zu vier Tauchgänge notwendig, da durch starke Strömung und Thermokline (bei 15m) die Probennahme erschwert wurde. Am zweiten Standort „Tres Cuevitas“ waren die Bedingungen deutlich besser und wir konnten die Arbeiten mit drei Tauchgängen abschließen.
Momentan sind die Wassertemperaturen an beiden Standorten sehr warm (21 bzw. 27 °C) und es waren kaum Makroalgen der Gattung Ulva vorzufinden. In „La Botella“ dominierte Halymenia, wogegen Padina in „Tres Cuevitas“ vorzufinden war. Alle Proben für die Analyse der stabilen Kohlenstoff- und Stickstoff-Isotope wurden heute in den Ofen zum Trocknen gestellt.

„Tres Cuevitas“ mit Weißspitzenhai im Transekt.
Heute haben wir die Vorbereitungen für die Ausfahrten abgeschlossen; die Zusammenstellung des Tauch-Equipments und die benötigten Utensilien zur Probennahme. Anschließend haben wir uns beim Schnorcheln in der Bucht vor der Station (Academy Bay) einen ersten Eindruck über die benthischen Organismen gemacht, die wir morgen vor Floreana beproben wollen. Außerdem haben wir den Van-Veen-Greifer ausprobiert, welcher ebenfalls für die Probennahme (Sediment) in Floreana zum Einsatz kommen wird.
Morgen früh 5:45 Uhr geht’s los.

C. Herbon bei der Probennahme.
Endlich ist es geschafft: Das ZMT-Team (Carolin Herbon und Annika Krutwa) hat nun alle notwendigen Genehmigungen, um im Marinen Reservat Galapagos die Feldarbeit beginnen zu können. Im Rahmen einer vom IB (BMBF) geförderten Anbahnungsmaßname mit der Charles Darwin Foundation sollen die Nahrungsnetze der benthischen Lebensgemeinschaften vor der Insel Floreana untersucht werden. Dabei werden Auftriebs- und Nicht-Auftriebsgebiete beprobt. Die stabilen Kohlenstoff- und Stickstoff-Isotope der Proben werden später in Bremen am ZMT analysiert. Außerdem sollen Fischzählungen sowie Aufnahmen von mobilen Makroinvertebraten und Aufwuchsgemeinschaften (Algen, Schwämme, Tunikaten, Korallen) durchgeführt werden, um Informationen über die Struktur der benthischen Lebensgemeinschaft zu erhalten.
Wenn man in Galapagos ein Forschungsprojekt durchführen möchte, braucht man die Genehmigung vom Nationalpark. Da das ein längerer Prozess ist, sollte man rechtzeitig seinen Projekt-Antrag einreichen. Zudem bedarf es einer Aufenthaltsgenehmigung für wissenschaftliches Arbeiten, welche von der Einwanderungsbehörde ausgestellt wird (INGALA). Die Charles Darwin Foundation (CDF) hat das ZMT-Team bezüglich der Genehmigungen sehr unterstützt. Durch ein persönliches Gespräch mit dem Direktor des Nationalparks war es uns dann noch möglich, die Genehmigung für die Ausfahrten nach Floreana während der Feiertage (Karneval) zu bekommen. Die nächsten Tage werden nun für die Vorbereitung der Feldarbeit genutzt.
Carolin Herbon, AG Mangrovenökologie
Annika Krutwa, AG Ressourcenmanagement

Bei den Ausfahrten wird das ZMT-Team von Mitarbeitern der FCD unterstützt: (v.r) David Acuña, Inti Keith, Jennifer Suarez, Diego Ruiz, Carolin Herbon, Annika Krutwa.