
Meine Reise auf die Fiji-Inseln hat den Hintergrund, dass ich im Rahmen meiner Masterprojektarbeit eine bestimmte Koralle bergen möchte und diese auf Skelettverkalkung testen will.
In Suva ist das Wetter schlechter. Nur noch 26*C und teilweise bedeckter Himmel.
Heute wollte ich mich ans Zersägen der Korallen machen, jedoch ist das Sägeblatt, das ich eine Woche zuvor gekauft hatte, anderweitig verwendet worden und dabei kaputt gegangen. Aus dem Grund mußte ich wieder in die Stadt fahren und mir neue Sägeblätter besorgen. Leider war kein Arbeiter mehr am Mittag zu finden, der mir hätte helfen können. Jedoch hat mir einer nach einem kurzen Telefonat zugesichert, dass er am kommenden Tag um neun Uhr morgens auf der Arbeit erscheinen wolle und dann auch sägen werde. Ich habe auch zu meiner Erleichterung wieder das schöne Zimmer in der Uni-Unterkunft bekommen, wo ich jetzt den Rest der Zeit bleiben kann, die ich hier verbringen werde.
Tiefblauer Himmel und windstill bei ca. 35*C.
Heute bin ich aus dem Paradies abgefahren und habe mich wieder auf den Weg in die Hauptstadt gemacht, wo ich die geborgenen Korallen zersägen möchte, um sie handlicher zu machen. Ebenfalls möchte ich die entnommenen Sedimentproben, die ich im Verlauf meines Aufenthaltes auf der Insel bereits entsalzt habe, zuende trocknen.
Leider hatte der Bus, in dem ich saß eine Panne, und somit kam ich so spät in Suva an, dass ich keine Zeit mehr hatte mich noch auf die Suche nach einem Hotel zu begeben, sodass ich kurzerhand einfach in die Uni gefahren bin und mich im Büro schlafen gelegt habe.
Leicht bewölkt bei ungefähr 32*C. Der starke Wind des Vortages hat nachgelassen, stattdessen weht hier nur noch eine kräftige Briese.
Ich habe zusammen mit Dr. S. Pohler verschiedene Wanderungen am Strand unternommen, bei denen mir der Zusammenhang von Meer und Küste deutlich vor Augen geführt wurde. Auch der Eingriff des Menschen in die Natur war auf der kleinen Insel Nananu-i-ra deutlich zu sehen. Durch die Veränderung des Strandbereiches mit einem Jetty zum Beispiel wurde der Sandtransport am Strand unterbrochen, was an anderen Stellen zu größeren Erosionen führte. Da ich das Thema so interessant finde, bat ich den Besitzer der Lodge darum, mit uns zusammen zu arbeiten und uns regelmäßig Bilder zu schießen. Sie sollten immer von der gleichen Stelle aus gemacht werden, damit man einen besseren Eindruck von den Umlagerungsprozessen des Sandes am Südoststrand der Insel Nananu-i-ra bekommt. Warren war auch sehr von der Idee angetan und willigte begeistert ein.

Die „Cave“ auf Yanuca I. (Foto: P.Meyer)
Strahlender Sonnenschein und teilweise sehr starker Wind bei ungefähr 35*C.
Heute konnte ich wieder eine weitere Tauchausfahrt als zweiter Sicherheitsbegleiter mitmachen und habe auch dabei wieder weitere Korallen entdeckt, jedoch fällt bei diesen deutlich auf, dass sie noch sehr jung zu sein scheinen, da sich die Weichkorallen nur oberflächlich ausgebreitet hatten und der Stamm, der mich am meisten interessiert, noch nicht richtig ausgeprägt bzw. noch gar nicht vorhanden war.
Alles unverändert, auch das Wetter. Ich habe nur heute erfahren, dass sich Dr. S. Pohler wohl um einen Tag verspäten wird. Somit habe ich einen Tag länger Zeit um den Charme der Südsee zu genießen.
Die Wolken vom Vortag haben sich nach kurzen aber heftigen Regenschauern wieder verflüchtigt. Und es ist wieder angenehm sonnig bei ungefähr 30*C und dazu angenehm windig.
Ich habe mir einige Tage frei genommen und warte hier auf Nananu-i-ra auf die Ankunft von Dr. Susanne Pohlers, die am Freitag kommt, um einen Blick auf den Fund zu werfen. Ich hatte Glück und konnte eine der hiesigen Tauchfahrten als zweiter Sicherheitstaucher begleiten. Im Verlauf der zwei Tauchgänge konnte ich auch an anderen Positionen weitere Weichkorallen finden, die meiner Ansicht nach zur selben Gattung wie die von mir gesuchte Sinularia gehören.

Sonnenaufgang vor Nananu-i-ra (Foto: P.Meyer)
Das Wetter hält von den Temperaturen her an, nur sind über Nacht viel Wolken aufgekommen und der Wind hat nachgelassen.
Heute kam endlich der Taucher und wusste gleich auf Anhieb, wo ich nach der Weichkoralle uchen kann. Nur drei Tauchgänge später hatten wir die Koralle an Bord und ich konnte mit der Bearbeitung der Koralle anfangen. Zu finden war diese in einem abgelegenen Riff, welches sich im Südwesten der Insel Nananu-i-ra befindet, in ca. 10-12 Metern Wassertiefe. Die Koralle wurde, wie auch die anderen Fundstücke, von den weichen Segmenten befreit, welche ebenfalls als Proben eingetütet wurden und mit auf die Reise zurück nach Bremen gehen. Den Rest der Koralle habe ich trocknen lassen, um sie besser im öffentlichen Bus transportieren zu können.

Korallenfund vor Nananu-i-ra, Divingsite Dreammaker (Foto: P.Meyer)
Leider kam das Treffen mit dem Tauchmeister nicht zustande, sodass ich noch einen Tag selber nach der Koralle Ausschau gehalten habe, jedoch erfolglos. Ich habe aber eine neue Strandprobe mitgenommen von einer Bucht, in der ich schon einmal war. Diese Bucht befindet sich im Nordosten der Insel und ist nur schwierig zu Fuß zu erreichen. Jedoch lohnt sich die Wanderung durch den unberührten Teil der Insel. Wir haben mit zwei Leuten die Riffkante abgeschnorchelt und uns an der Schönheit des Riffes erfreut. Bei dem Riff handelt es sich um eines der schönsten Riffe Fijis. Da die Wanderung über 1 1/2 Stunden dauerte, ging bei der Tour leider der ganze Tag für das Riff ins Land. Erst nach Einbruch der Dunkelheit kehrten wir zur Lodge zurück.
Morgen soll auf jeden Fall der Tauchlehrer erscheinen und dann mit mir die Riffe ansteuern, die zu weit entfernt sind, um sie mit dem Kajak zu erreichen.

Die geologischen Helfer auf der Kajaktour auf Yanuca I (Foto: P.Meyer)
Die Sonne scheint heute bei angenehm windigen 30*C. Für den Mittag sind kleinere Unwetter vorhergesagt, weshalb ich am Nachmittag weiter nach dem "Beachrock" suchen werde. Am Vormittag bin ich mit einem Kanu zum Riff rausgefahren, um dort mit der Suche nach der Koralle fortzufahren und auch wieder eine kleine Sandprobe zu entnehmen.
Auch das Rausfahren mit dem Kanu hat leider nichts ergeben. Mit einer kleinen Gruppe haben wir versucht, die beiden Riffe mit Schnorcheln abzutauchen, jedoch ohne jeden Erfolg. Es waren viele Korallen zu finden und meiner Meinung auch welche, die zur Gattung Sinularia gehören, jedoch die eine, welche ich suche, war nicht darunter.
Von dem vorgelagerten kleinen Riff habe ich dafür eine Sedimentprobe mitgenommen, welche ich auch mit nach Bremen bringen werde. Die Riffe scheinen in einem guten Zustand zu sein, denn es gab nur wenig Riffbruch zu sehen. Zwischen den Korallen konnte man auch etwas Bruch sehen, was ich einem der letzten Stürme zuschreiben würde.
Mit der Suche nach der Koralle werde ich warten müssen, bis der Tauchmeister am Montag eintrifft und mir eventuell sagen kann, wo er diese Koralle schon mal gesehen hat. Bis dahin verbringe ich die Zeit mit dem Trocknen der Ausrüstung, die bei der Kanutour nass geworden ist und fange an die Probe zu entsalzen.
Bei meiner Tour am Nachmittag bin ich, was den "Beachrock" angeht, fündig geworden. Auf der dem Festland zugewandten Seite der Insel, in einer kleinen Bucht im Süd-Westen, in welcher ich am Vortag nicht war, da es sich um Privatbesitz handelt, konnte ich von der anderen Seite sehr gut rankommen. Ich habe ein Fundstück mitgenommen, wie auch ein weiteres Fundstück vulkanischen Gesteins, welches den Hauptteil der Insel ausmacht.

Der Beachrock auf Nananu-i-ra (Foto: P.Meyer)
Nach der über vierstündigen Tour mit den öffentlichen Bussen bin ich am Ziel angekommen. Auf der Fahrt wurde deutlich, dass so gut wie jeder Flecken Erde verplant ist, entweder mit Viehwirtschaft oder mit Landwirtschaft. Wenn das Land noch nicht wirtschaftlich genutzt wird, handelt es sich um eines der verschiedenen Sumpfsysteme oder um bebautes Gebiet. Wichtig ist auch, dass die Abwässer hier noch alle ungefiltert in den Ozean gelassen werden, wodurch eine relativ hohe Verschmutzung in Küstennähe zu erwarten ist.
Habe den Rest des Tages damit zugebracht, auf verschiedenen Schnorcheltrips die Weichkoralle Sinularia zu suchen, jedoch ohne Erfolg. Des weiteren war ich auf der Suche nach "Beachrock". Zu diesem Zweck habe ich die Insel zur Hälfte umrundet und auch auf der der Küste zugewandten Seite gesucht, jedoch auch dort ohne Erfolg. Dafür konnte ich weitere Sandproben mitbringen, die einmal um die halbe Insel herum führen.

Der Weststrand der Insel Nananu-i-ra (Foto: P. Meyer)
Suva
Das Wetter ist umgeschlagen und man kann deutlich den herannahenden Sturm und das damit verbundene Unwetter spüren. Jedoch kümmert mich das recht wenig, denn ich werde morgen in Richtung Norden aufbrechen, wo das Wetter weiterhin hervorragend sein soll. Ziel ist es, dort einige Sedimentproben zu bekommen, wie auch einige "Beachrocks".
Heute beginne ich damit, die Weichkoralle von den bereits kalzifizierten Bereichen zu trennen. Auffällig ist, dass man bei einigen richtig schneiden muss, wohingegen die größte der drei Korallen ( Fiji 02/01), welche aus einer Tiefe von ca. 10 Metern stammt, sich sehr einfach von dem kalzifizierten Bereich trennen ließ. Das Sägen muss auf Anfang kommender Woche verschoben werden, da es keine Diamantsägeblätter mehr auf dem Campus zu geben scheint.
Den Rest des Tages verbringe ich damit, für die Tage in der Safari-Lodge zu packen und alles vorzubereiten.
Suva
Tag der Ausfahrt. Diese führte in die Laucala Bay, die sich im Osten von Suva bis zu dem größten Fluss des Landes erstreckt, dem Rewa. Dieser sorgt bei regnerischen Tagen dafür, dass die ganze Bucht in einem Braunton erscheint, was dem hohen Sedimenttransport zuzuschreiben ist.
Das Hinterland besteht zum größten Teil aus urbar gemachten Sümpfen, welche sich bis tief ins Landesinnere erstrecken. Was nicht landwirtschaftlich genutzt wird, wurde bebaut. Der Bucht und der Stadt ist ein Barriere-Riff vorgelagert, welches die Strömung von der Inselkante fernhält. Durch das Sosoikula-Riff führen verschiedene Passagen in den Pazifik. Eine dieser Passagen, die Nucumbuko-Passage, war Ziel dieser Erkundungstour.
Die Ausfahrt verlief im Großen und Ganzen recht erfolgreich. Wir haben die Weichkoralle Sinularia gefunden und konnten sie auch bergen, jedoch konnten wir keine genaue GPS- Lokalisierung machen, da die Taucher von der Strömung weit abgetrieben wurden. Jedoch beschränkt sich das Fundgebiet auf die Passage bei der Sandbank Nucumbuko, auf welcher wir auch eine Sedimentprobe entnommen haben. Vor der Sandbank im seichten Wasser viel auf, dass es sehr viele große Foraminiferen gab, welche meiner Meinung nach der Gattung Maginopora angehören.
Der Rest des Tages wurde damit verbracht, die gesammelten Proben zu sichten und zu präparieren. Zu diesem Zweck wurden kleine Proben aus den lebendigen Teilen der Weichkoralle entfernt und eingetütet. Diese werden später noch eingeschnapst, um sie nach Deutschland senden zu können, da sich an diesen Gewebeproben die Gattung wie auch das Alter ableiten lassen. Die kalzifizierten Teile der Koralle sollen morgen aufgesägt werden und somit handlicher werden.
Die an der Koralle befindlichen Schwämme wurden in einer kleinen Skizze kurz aufgenommen und ebenfalls beprobt, sodass man auch weitere Rückschlüsse auf das Wachstum, wie auch auf das Zusammenleben mit anderen Organismen ziehen kann.

Die kleine Sandbank Nucumbuko (Foto: P. Meyer)

Die Weichkoralle Sinularia, geborgen vor Nucumbuko. (Foto: P. Meyer)
Suva
Wetter heute zum ersten Mal bewölkt und etwas kühler.
Heute habe ich an einer Konferenz teilgenommen, die sich mit dem Thema des Klimawandels und die daraus resultierenden Änderungen für die Umwelt - besonders die Mangrovenwälder - beschäftigte, was sehr informativ bzgl. der hiesigen Sicht der Dinge war. Den Rest des Tages bringe ich damit zu, die Liste für den morgigen Tauchgang durchzugehen und die Geräte erneut zu kontrollieren und vorzubereiten.
Suva
Das Wetter ist immer noch wunderbar angenehm - bei den gleichen Bedingungen, wie schon zu Beginn der Woche.
Das Bergen rückt näher, und es geht ans Vorbereiten der ersten beiden Ausfahrten, welche am Donnerstag und am Wochenende stattfinden. Bei dem ersten der beiden kurzen Trips ist geplant, mit dem Boot der Universität in die Bucht von Suva rauszufahren und an der Riffkante erste Proben zu entnehmen, wobei es sich um Korallen wie auch um Sedimente handeln wird.
Bei dem zweiten Trip werden wir in den Norden der Insel fahren und von dort aus mit einem Boot auf eine der kleineren benachbarten Inseln gelangen. Dort hoffen wir Korallen wie auch weitere Sedimentproben sammeln zu können. Ich werde auch die Augen nach "beachrock" aufhalten, welcher dort zu finden sein sollte. Der Aufenthalt dort wird sich auf wenige Tage beschränken.
Den heutigen Tag werde ich damit zubringen, die Listen für die Proben anzulegen und die ersten Tüten zu beschriften, wie auch die Ausrüstung zu testen und zu überprüfen. In Bezug auf die Unterkunft hat sich ein Lichtblick aufgetan und ich komme eventuell bei einem ehemaligen Professor der Uni und seiner Familie unter, was noch heute Abend beim Rugbymatch besprochen wird.
Suva
Das Wetter ist angenehm warm. Bei 25-30 Grad in der Sonne und klimatisierten Büros lässt es sich ganz gut aushalten. Das Essen ist extrem scharf gewürzt und ich muss mich erst noch dran gewöhnen. Was die Unterkunft angeht, wurde meine Buchung nicht bestätigt, und so habe ich den Sonntagabend damit verbracht, nach über 30 Std. Reise noch eine Bleibe zu suchen, was sich als recht schwierig erwiesen hat, da wegen einer Konferenz fast alles ausgebucht ist.
Heute erster Tag an der Universität von Suva. Habe sehr viele Leute kennengelernt. Der “Head of School" war sehr interessiert an einer Kooperation zwischen dem ZMT und dem Bereich der Marinen Wissenschaften und auch sehr begeistert von der Idee, Doktoranden und Masterstudenten auszutauschen, bzw. nach Deutschland zu senden, um dort an Themen von hiesigem Interesse mitzuwirken.
Habe jetzt die Ausrüstung für die Zeit hier komplett und bin „einsatzbereit“ für die Tauchgänge und das Bergen der Korallen.
Philipp Meyer, AG Geoökologie und Karbonatsedimentologie